Träume und Ergebnisse – Halbmarathon in Wedel


Wir schreiben den November 2023. Ich befinde mich in mitten meiner Elternzeit und schaffe es mit meinem Sohn im Jogger auf bis zu 10 Stunden Lauftraining die Woche. Wunderbar! Das Leben ist gut. Was tun mit dieser Form? Laufen tue ich gerne und die Exklusivität eines guten Resultats motiviert mich Ziele zu formulieren. Da ich in Wedel, meiner Heimatstadt, bisher noch nie an einem Laufevent bzw. Rennen teilgenommen habe, sollte es in 2024 nun endlich soweit sein. Die Eltern vor Ort und viele Freunde und Bekannte, die die Strecke säumen werden.

Die Zeit geht ins Land die Form ist weiter gut. Doch so eine Eingewöhnung in der Kita birgt ungeahnte Herausforderungen für einen Sportler. So kommt es zum ersten Mal seit Jahren für mich zu einem Infekt mit bis zu 40°C Fieber  Ende Januar 2024, der mich dahin rafft. Danach dauert es fast 8 Wochen bis ich mich wieder in einer Verfassung fühle, die kontinuierliches Training auf angemessenem Niveau ermöglicht und nicht keuchend mit Halsschmerzen um Pause bitte.

Die 4 verbleibenden Wochen versuche ich wieder meine Form aufzubauen und einfach nur regelmäßig dran zu bleiben. Das gelingt ganz vernünftig. Mein initialer Traum, hier eine Topzeit mit Blick auf die Top Ten oder gar das Treppchen inklusive PB zu avisieren, ist nun jedoch eben nur noch das. Ein Traum und kein realistisches Ziel mehr. Doch so durfte ich mit der Zeit feststellen sind Läufe ohne konkrete Zielsetzung ein Segen und Genuss. Es gibt mir einen neuen Blick auf das Event zu blicken, die Interaktion mit den Fans an der Strecke noch mehr zu genießen und in den Lauf reinzuspüren. Eine innere Ruhe, die sich einstellt. Eigentlich ganz angenehm.

So kommt es an einem vermeindlich windigen Sonntagmorgen dazu, dass ich an den Start gehe. Motiviert, entspannt und nicht in Topform. Mein Vater läuft auch. Das macht es zu einer freudigen Familienangelegenheit, selbst wenn wir mit einigen Minuten Abstand ins Ziel kommen. Der Lauf als solches ist ein wunderbares Erlebnis. Schon ab Kilometer 4 laufe ich die Strecke mehr oder weniger alleine. Niemand vor mir in Sicht und bei dem Blick nach hinter ist auch keine Menschenseele zu erkennen. Von nun an also allein. Ich laufe durch das Hinterland zwischen Wedel und Holm, welches auch mir bislang nicht bekannt war. So lerne ich noch etwas dazu, höre Frösche quaken und lerne weichen Waldboden während eines Halbmarathons zu schätzen. Die größte Herausforderung des Laufs jedoch wartet auf mich später. Gegenwind auf dem Weg zum Deich! Über einen Abschnitt von 5 km ging es durch Marschland in Richtung der Elbe und der Wind bließ mir und allen anderen Läufer:innen ins Gesicht. Mein Kilometerschnitt fiel um 15 Sekunden. Jetzt ist es richtige Arbeit. Glücklicherweise bestätigen sich meine schlimmsten Befürchtungen nicht. Einmal über dem Deich auf der Wasserseite entlang war es nur noch Seitenwind, sodass ich das letzte Drittel wieder in gewöhnlicher Pace lief. Mit der dadurch entstandenen Euphorie konnte ich mein erhoffte Zielzeit sich anvisieren.

Im Ziel warteten Familie, Freunde und sogar die Sonne. So fand ein interessanter Lauf ein sehr angenehmes Ende.

Teamwork est. 1991
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