Der Weg zum Transalpine Run 2021


Wir schreiben das Jahr 2020. Spätsommer. Die Corona Pandemie ist in vollem Gange. Die große zweite Welle hat noch nicht begonnen und ein Impfstoff ist noch einige Wochen entfernt. Hier mehr über die Historie der Corona Pandemie. Mittlerweile ebbt die Kreativität neue Dinge zu Lernen ab. Jonglieren mit 3 Bällen klappt schon wunderbar. In Erwartung des Herbst ist die Stimmung getrübt. Bei mir, bei vielen Freunden und Bekannten und gefühlt auch generell. Wir sind der Pandemie überdrüssig. Im Rückblick sollte uns der längste Teil erst noch bevor stehen.

Eines Tages rief mich mein Freund Björn an um mit mir über eine Idee zu sprechen. Der Transalpine Run. Mit Blick auf den Kalender wurde schnell klar in diesem Jahr wird es nichts mehr. Er stand wenige Wochen bevor und wurde in der Folge aufgrund der Pandemie abgesagt. Das kam uns ganz gelegen und wir wollten uns der Herausforderung stellen. Jedoch erst im nächsten. Es hieß demnach voller Fokus auf September 2021.

Ohne exakt zu wissen, worauf wir uns da eingelassen hatten, sind wir in uns gegangen und haben uns die Vorbereitung auf die Zeitleiste gelegt. 12 Monate standen uns bevor voller Einsatz, Ratlosigkeit, Training, Kameradschaft und Bergpanoramen.

Oktober bis Dezember 2020
Wozu waren wir fähig als wir den Transalpine Run als großes Ziel auserkoren haben? Als passionierte und erfahrene (Halb-)Marathonläufer waren uns Laufevents und der innere Schweinehund bekannt. Zunächst galt es für uns eine Strategie zu entwickeln. Wie wollen wir das Ganze angehen? Wir wollen Spaß haben und eine richtig gute Leistung abrufen, ein Herz und eine Seele werden sowie vollen Genuss verspüren. Unsere werte Kollegin, Freundin und Coachin Wibke bekam Wind von der Sache und bot uns ihre Unterstützung an. Da sie sowohl aus persönlicher Erfahrung, als auch als Mentalcoach den Umgang mit Leistungssport kannte, konnten wir über alle Maßen von ihrem Erfahrungsschatz profitieren.

Januar bis März 2021
Das eigentliche Lauftraining beginnt. Die Idee ist nach Trainingsplan zu trainieren, der sukzessive aufbaut mit maximalen Trainingsumfang im Juli. Dabei besteht ein Trainingsblock aus 3 Wochen intensivem Training und 1 Woche regenerativem Laufen. Die ersten lange Läufe gingen erstaunlich gut von der Hand. Bei Minusgraden, guter Vorbereitung und passender Verpflegung sind die sonntäglichen Langläufe herum um Frankfurt am Main fantastisch. Morgens um zwischen 6 und 7 Uhr klingelte der Wecker. Es hieß sich langsam mit müden Augen aus dem Bett zu schälen und die Ausrüstung zu präparieren. Die Verpflegung und das Equipment hatte ich überwiegend immer erst am Morgen selbst vorbereitet. Standardmäßig hatte ich mindestens 1 Liter Wasser dabei und 4 Riegel. Ab und an mischten sich Bananen, Dattelbällchen oder Stullen mit dazu. Hierbei sei erwähnt, dass ich im Winter eher mit einem Liter lief, bei hohen Temperaturen mit bis zu 3 Litern. Björn und ich telefonierten regelmäßig auf unseren Sonntagsläufen miteinander, sodass die Zeit sehr schnell verflog. Nach dem Eingrooven und 2 Stunden Telefonat war meistens schon das letzte Drittel angebrochen. Meine Standardstrecke in Frankfurt entlang der Nidda bis zum Main und durch die Stadt wieder zurück ließ für Flachland- und Naturfreunde nichts zu wünschen übrig. Um Anstiege zu trainieren begab ich mich ab Feldbergkurs. Der Taunus liegt für motivierte Läufer:innen in Fußreichweite vor den Toren der Stadt, sodass ich bei angemessenem Wetter die 20 Kilometer bis zum aus Bockenheim liebend gerne in mein Training einfließen ließ. Doch für die Vorbereitung auf den Transalpine Run bedurfte es dann neben Anstiegen auch einem Training in der Höhe. Denn für mich als geborener Hamburg, groß geworden im Schatten der Deiche, war alpine Höhenluft eine erhebliche Herausforderung, insbesondere wenn es darum geht zu rennen was das Zeug hält.

April bis Juni 2021
So trafen sich Björn und ich uns zu den länger werdenden Tagen einmal im Monat im Chiemgau. Genauer gesagt in Prien am Chiemsee. Neben der idyllischen Lage kam in derzeit nicht nur das Feeling von einem Trainingslager auf, sondern wir hatten so auch die Möglichkeit uns persönlich aufeinander einzustellen mit all unseren Eigenheiten auf und neben der Strecke. Wenn unser Team im Oktober geboren worden ist, dann lernten wir nun im wahrsten Sinne das Laufen. Für mich war unser erstes „Chiemseewochenende“ auch eine alpine Jungfernfahrt. Im Frühling in den Alpen die ersten Schritte unterwegs zu sein hatte für mich den Charme von Aufbruchstimmung und Antizipation von etwas Großen. Es nicht gewohnt zu sein ein Bergpanorama am Horizont zu sehen, eröffnete mir den freudigen Moment jeden Morgen voll Freude und Ehrfurcht gen Süden zu blicken und mich an den weiß gezuckerten Gipfeln zu erquicken. Aus der fernen Vergangenheit der 2000er Jahre erinnerte ich mich noch rudimentär an unseren Familienurlaub am Chiemsee, die grünen Wiesen und das so große „bayerische Meer“. Es initial zu umrunden war unser avisiertes Ziel. Ohne dass wir genau wussten, wie lange die Strecke sein wird haben wir uns auf den Weg gemacht. Es gibt kaum beseelenderes als die Ruhe des Chiemsees bei aufgehender Sonne zu erleben und dabei im Vertrauen ineinander gemeinsam an etwas Großem zu arbeiten. Nach knapp 4 1/2 Stunden und über 50 Kilometern hatten wir den Chiemsee erfolgreich im Uhrzeigersinn umrundet. Fantastisch! Die Bestätigung der bisherigen Trainingsmonate.
Unsere Trainingswochen verliefen bis auf einige Wehwehchen, die uns nicht vom Großen und Ganzen abhielten, rundherum positiv. Die Formkurve zeigte nach oben, wir wuchsen zusammen als eine Einheit und das Selbstvertrauen wurde immer robuster. In diesem Quartal wartete jedoch Ende Juni der erste absolute Härtetest auf uns, der Kaiserkronetrail am Wilden Kaiser. Wir entschlossen uns für den „Marathontrail“. 56 Kilometer bei 3500 Höhenmeter. Am 26. Juni 2021 war es soweit. Wow!
Der „klassische Ablauf“ hat uns erwartet. Aufstehen um 4:30 Uhr. Auf dem Weg zur Startlinie durchliefen uns noch ein paar letzte Zweifel, ob wir das wirklich können, warum die anderen so fit aussehen und ob wir letztendlich tatsächlich nicht ganz knusper sind und noch alle Schrauben am Billiregal haben. Gehindert hatten uns diese Gedanken nicht und so ging es um 7 Uhr los.

Juli bis September 2021
TBD

TAR
Wie der Transalpine Run gelaufen ist lest ihr bald hier.


Hier ein visueller Vorgeschmack in Björns LinkedIn Post

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